Workshop · 5. Mai 2026 · 19:00–20:30 · Dorfgemeinschaftshaus Rössing
Inhaltliche Skizze des Workshops. Quelle für Slides und Handout —
gleichzeitig öffentlich lesbar für alle, die einen vergleichbaren
Workshop selbst halten oder die Inhalte zum Nachlesen brauchen.
- Vorstellung
- Rahmen: KI als Werkzeug, in 90 Minuten vom Zuschauen ins Mitmachen
- Ablauf-Übersicht: erst zeige ich, was heute schon geht, dann reden
wir über Anbieter und Kosten, dann Datenschutz und Mindset, dann
richten wir es bei den Teilnehmenden ein, am Ende Ideen für zu Hause
- Idee: Leute installieren ihre eigene KI und „bringen sie mit”, um Apps
wie meine zu bedienen
- Ich baue meine Apps so, dass jede MCP-fähige KI sie ansprechen kann
- Was jetzt kommt: drei Demos von meinem Handy via Chromecast — alles
live, alles mit einer normalen KI, die ihr euch nachher selbst holen könnt
- Klassischer Ansatz: KI-eingebaute Apps. Die Inference läuft auf
dem Server des Anbieters. Alle Daten, die ihr in die App tippt,
landen dort. Ihr habt kaum Kontrolle, was mit dem Kontext passiert
- Bring Your Own AI: die KI läuft auf eurem Konto (Claude, Le Chat).
Sie liest lokal, was sie braucht, und ruft Drittanbieter-Apps per
MCP nur mit dem ab, was wirklich raus muss
- Konkretes Beispiel: eure KI sieht im Stundenplan des Kindes (lokal,
nur ihr und sie), dass Mittwoch Sport ist. Sie legt im Family-Todo
nur an „Dienstag abends Sportzeug einpacken.” Der Stundenplan
selbst geht nie an die Todo-App
- Drei Vorteile: mehr Kontext für die KI, Datensparsamkeit gegenüber
Drittanbietern, Kontrolle bei euch
- Caveat: Anthropic / Mistral sehen die Daten natürlich — aber sie haben
kein kommerzielles Interesse daran, sie sind das Werkzeug, nicht der
Auswerter
- Werkzeug mieten — Claude bucht den Bohrhammer auf
mieten.rössing.de via Custom-MCP-Connector.
Buchungen sind tageweise. KI fragt zurück, was sie braucht, und
schickt die Buchung wirklich los.
- Termin auf rössing.de eintragen — Claude legt einen neuen
Veranstaltungstermin auf der Dorfwebseite an. Beispiel: „Trage das
Dorffest ein: 14. Juni, 15–22 Uhr, Bolzplatz.” KI bedient also auch
Webseiten-Inhalte.
- Aufgabe für die Kinder anlegen — im Family-Todo per Stimme:
„Thomas soll jeden Mittwoch abends den Müll rausbringen.” KI redet
mit der App, fertig. Formulare-Ausfüllen wird überflüssig.
Botschaft: alles drei einfach eingesprochen, ohne sich durch Apps und
Webseiten zu klicken. Voraussetzung: MCP-fähige KI plus App, die mitspielt.
KI ist die erste App, die sich vollständig selbst erklärt. Wer wissen
will, was ein Sprachmodell ist, was ein Token kostet oder was
Halluzinationen sind, fragt die KI selbst — dort gibt es bessere
Antworten als in jeder Folie. Das gilt für den Workshop genauso wie
für jeden Folgetag.
- Viele zögern — Internet ist „eigentlich kostenlos”
- Vergleich Handy-Tarif: niemand erwartet Mobilfunk gratis. KI ist genauso
ein Werkzeug, das man mietet
- Was man für 20 €/Monat bekommt: persönlicher Assistent rund um die Uhr,
Korrektor, Übersetzer, Erklärer, Recherche-Helfer
- Verhältnis Preis/Leistung ist absurd günstig — solange die Anbieter
noch um Marktanteile kämpfen
- Monatlich kündbar — überschaubares Risiko. Ruhig die 20 € in die Hand
nehmen, ernsthaft probieren, sonst kündigen
- Anthropic (San Francisco, USA) — Produkt: Claude. Fokus auf
Sicherheit, saubere Texte, lange Dokumente. Stark im Schreiben und in
komplexer Analyse.
- OpenAI (San Francisco, USA) — Produkt: ChatGPT. Bekanntester
Anbieter, größte App-Reichweite, viele Zusatzfunktionen.
- Mistral (Paris, FR) — Produkt: Le Chat. Europäischer Anbieter,
Server in der EU, datenschutzfreundlicher. Funktional schmaler, aber
für viele Aufgaben mehr als ausreichend.
| Anbieter | Frei | Mittlerer Tarif | Power-Tarif |
|---|
| Anthropic | Claude Free (limitiert) | Claude Pro · ~18 €/Monat | Claude Max · 100–200 $/Monat |
| OpenAI | ChatGPT Free (limitiert) | ChatGPT Plus · ~23 €/Monat | ChatGPT Pro · ~200 $/Monat |
| Mistral | Le Chat Free (großzügig) | Le Chat Pro · 14,99 €/Monat | Le Chat Team · 24,99 €/User |
Alle drei monatlich kündbar. Bezahltarif schaltet die starken Modelle
frei und hebt Tageslimits.
Jeder Anbieter hat drei Klassen — klein, mittel, groß. Beispiel Anthropic:
- Haiku — das Klappfahrrad. Schnell, günstig, kurze Wege:
Mail-Entwurf, Übersetzung, schnelle Erklärung.
- Sonnet — der SUV. Alltagsfahrzeug. Schreibt Briefe, fasst
zusammen, programmiert ordentlich. Reicht für 90 % der Fälle.
- Opus — der Flugzeugträger. Teuer, langsam beim Starten, aber
überlegen bei komplexen Aufgaben: viele Dokumente gleichzeitig, lange
Recherchen, juristische Analysen mit vielen Querbezügen. Für
Alltagsfragen Overkill — für tiefe Arbeit unschlagbar.
Analog: OpenAI GPT-4o-mini · GPT-4o · o-Serie; Mistral Small · Large ·
Large mit Reasoning.
Faustregel: erst Sonnet/Large nehmen. Wenn die Antwort dünn bleibt oder
die Aufgabe wirklich komplex ist (10 PDFs auf einmal, Vertragsanalyse),
auf Opus / Reasoning-Modell hochschalten.
- ChatGPT unterstützt Custom MCP-Connectors auf den normalen Tarifen
nicht — fürs Hands-on nicht praktikabel
- Und ehrlich: persönliche Sache. Ich arbeite ausschließlich mit
Claude, ChatGPT mag ich nicht. Heute geht es ohne
- Wer ChatGPT bereits abonniert hat, kann es selbst weiter nutzen — im
Workshop arbeiten wir mit Le Chat oder Claude
- Bei den großen Anbietern (Anthropic, OpenAI, Mistral) sind eure Daten
gut aufgehoben. Das sind große Firmen mit kommerziellem Interesse,
Daten zu schützen — sie wollen ihre Kundschaft nicht enttäuschen
- US-Anbieter sind nicht der DSGVO unterworfen wie europäische
Unternehmen, gehen aber sorgfältig mit Daten um
- Was ihr eintippt, ist vor Zugriff Dritter sicher
- Eigene persönliche Daten — auch Gesundheitsdaten, Finanzen,
medizinische Befunde mit Klarnamen — könnt ihr ohne Bedenken eingeben
- Genau das ist die Voraussetzung für das Mindset gleich danach: nur mit
Durchgriff auf die eigenen Daten kann KI ganze Vorgänge übernehmen
- Training mit eigenen Daten ausschalten — bei allen Anbietern in
den Einstellungen
- Memory-Funktion ausschalten — damit Inhalte aus einer Unterhaltung
nicht in andere wabern und der Kontext sauber bleibt
- Inkognito-/Temporär-Chat kennen — für sensible Einzelfragen
(Gesundheit, Finanzen, Familienthemen) ohne Spuren im Verlauf
- Bei allen drei Anbietern werden gelöschte Chats spätestens nach 30
Tagen von den Servern entfernt
- Mistral Le Chat: gelöscht ist gelöscht, EU-Server, DSGVO-nativ
- Anthropic Claude: 30 Tage — sofern nicht ins 5-Jahres-Trainings-
Programm eingewilligt (seit Sept 2025 Default für neue Accounts,
opt-out möglich)
- Persönliche Daten anderer Menschen sind juristisch ein anderes
Kapitel — vor allem aus einer Rolle mit Verantwortung für andere
(Vereinsvorstand mit Mitgliederlisten, Vermieter mit Mietern,
freiberufliche Tätigkeit mit Kundendaten)
- Privat-Account reicht nicht — nötig ist Business-/Team-Account mit
Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV) gegenüber dem Anbieter
- Faustregel: eigene Daten ja, auch sensible — fremde Daten nur mit
DSGVO-Setup
- KI nicht als LehrerIn behandeln, der einen aufschlaut. KI ist
MitarbeiterIn — soll die Arbeit erledigen, nicht erklären, wie man
sie selbst erledigen würde
- Anti-Pattern „Copy-Paste-Pingpong”: fragen → Antwort kopieren → selbst
ausführen → zurückkopieren → wieder fragen. Wer so arbeitet, macht
weiter selbst die Arbeit
- Richtig: KI Durchgriff auf alles geben, was zur Aufgabe gehört. Mehr
Kontext = umfassendere Arbeit
- Bild: KI ist Sekretär. Einer Sekretärin reicht man nicht Halbsätze,
sondern den kompletten Vorgang mit „Erledigen Sie das” — und erwartet,
dass am Ende der Brief frankiert und eingetütet ist
- Falsch: Halbsatz aus dem Brief greifen, fragen „Was macht man da?”
→ KI erklärt das Vorgehen, man macht die Arbeit trotzdem selbst weiter.
Klassischer Trainer-Modus, klassisches Pingpong
- Richtig: Ordner mit allem Steuer-Material vorhalten und der KI
Durchgriff geben — alle Steuererklärungen, Schreiben aus Vorjahren,
Bescheide, Kontoauszüge, Lohnabrechnungen, Belege
- Auftrag: Ordner + neuer Brief + „Schreib die Antwort” → fertige
Antwort, nur durchlesen und abschicken
- Lücke aktuell: KI dockt noch nicht direkt an Elster an — kommt mit MCP
Ziel: per KI eine echte Anfrage auf mieten.rössing.de auslösen.
- Claude ist klar besser — MCP-Connectors lassen sich dort
deutlich reibungsloser einbinden, und insgesamt ist Claude beim
Schreiben und bei komplexer Analyse spürbar stärker. Wer Claude Pro
zahlt: nimmt Claude
- Le Chat ist ein Kompromiss — wir nehmen es heute, weil es gratis
ist und Custom-Connectors zumindest grundsätzlich funktionieren
- ChatGPT bleibt außen vor (siehe Theorie-Block)
- App-Installation, Konto auf der Mietplattform, MCP-Connector
verbinden
- Le Chat ist auf dem Handy gerade fummelig — wir gehen die Schritte
zusammen durch
- „Reserviere mir den Bohrhammer für Samstag” (tageweise)
- Anschließend Verfügbarkeit prüfen, eigene Buchungen ansehen, Buchung
stornieren — alles im Chat
- Kochrezepte — „Was kann ich aus Resten X, Y, Z machen?” mit
Kühlschrank-Foto
- Personalisierte Ausmalbilder für die Kinder — „Ausmalbild mit
Dinosaurier im Weltall, schwarz-weiß Linien”
- E-Mails vorbereiten — KI bekommt den ganzen Thread-Kontext und
schlägt eine Antwort vor
- Dokumente ausarbeiten — Antrag, Bewerbung, Beschwerde
- Briefe und Druck-PDFs mit Typst — KI erzeugt aus dem Inhalt eine
saubere PDF-Druckvorlage (Briefkopf, Layout)
- Datei-Stapel analysieren — 30 PDFs in den Chat, eine Frage über alle
- Dictate Keyboard (Whisper AI) auf Android — eigener OpenAI-/Groq-Key,
überall als System-Tastatur verfügbar
- Alternative offline: WhisperInput (Open Source)
- Heute kein Hands-on, weil API-Key nötig
- Frage in die Runde: wie wollen wir in Kontakt bleiben?
- Mein Vorschlag: in ein paar Wochen wieder treffen — und reihum
vorstellen, was die einzelnen Teilnehmenden mit KI gemacht haben.
Daraus entsteht der Austausch, der in 90 Minuten nicht reinpasst
- Offene Fragerunde
- Hinweis auf die Spendendose